TPMT

Produktname

TPMT, Human

Erythrozyten-Thiopurin-Methyltransferase Aktivitäts-Immunoassay

Kat-Nr.7018/ 7019
Bereich3.75 - 60 U
Sensitivität0.8 U
Inkubationszeit2 Stunden
Probenmenge50 µl (Lysat 1:5 verdünnen)
Probentyp

Venöses Blut in EDTA-Röhrchen

Probenvorbereitung

Vollblut muss bei 2-8 °C gelagert und innerhalb von 3 Tagen verarbeitet werden. Rekonstituierte RBCs müssen innerhalb 8 Stunden verarbeitet oder können bei -70°C bis zu 14 Tagen gelagert werden. Aktiviertes RBC Lysat ist bei Raumtemperatur für 1 Stunde stabil.

Referenzwerte
< 7 Unit Sehr geringes TPMT-Aktivitäts-Level, deutet auf
einen möglichen homozygoten genomischen Defekt hin,
ca. 0,3 % der Bevölkerung
7-17 Unit  Mittleres TPMT-Aktivitäts-Level, deutet auf
einen möglichen heterozygoten genomischen Defekt hin,
ca. 11 % der Bevölkerung
> 17 Unit Normales bis hohes TPMT-Aktivitäts-Level, deutet auf
einen möglichen genomischen Wild-Typ (normal) hin,
ca. 89 % der Bevölkerung


Definition der TPMT-Aktivität: Eine Einheit TPMT wird definiert als die Bildung von 1 nmol 6-MMP pro ml komprimierter roter Blutzellen pro 60 min Inkubation bei 37 °C.

Spezies

Human

Tests8/ 40 Patienten
MethodeELISA
Anwendung

Thiopurine-Methyltransferase (TPMT; EC 2.1.1.1.67) ist ein zytoplasmatisches Enzym, das die SMethylierung von aromatischen und heterozyklischen Sulfhydryl-Verbindungen katalysiert. In der menschlichen Bevölkerung schwankt die TPMT-Enzymaktivität erheblich von einer Person zur nächsten; diese Schwankung ist sowohl genetisch bestimmt als auch durch einige andere Bedingungen beeinflusst, die bisher noch nicht exakt charakterisiert wurden. Ungefähr 89 % der Menschen weisen relativ hohe TPMTLevels auf. Die verbleibenden ~11 % haben eine partielle oder vollständige TPMT-Defizienz. Personen mit einer TPMT-Defizienz haben eine Unverträglichkeit gegenüber Thiopurinmedikamenten wie 6-Mercaptopurine oder Azathioprine; diese führen zu einer hämatopoetischen Toxizität oder sogar zum Tod.
Gleichzeitig erhält die Mehrheit der Patientenpopulation keine ausreichende Dosierung der Medizin und leidet deshalb an einer stark eingeschränkten therapeutischen Wirksamkeit. Diese Thiopurine werden gewöhnlich bei der Behandlung von Leukämie, entzündlicher Darmerkrankung, Myasthenia gravis, autoimmuner Hepatitis, einer Vielzahl dermatologischer Störungen, oder als Immunosuppressivum bei Herz/Nieren-Transplantationspatienten eingesetzt. Deshalb ist es für klinische Ärzte wichtig die TPMTAktivität in Patienten zu messen, bevor diese Medikamente verabreicht werden.

Beschreibung der Methode:
Das TPMT Aktivitäts-Assay ist ein kompetitives Enzym-Immunoassay für die semi-quantitative Bestimmung der TPMT-Aktivität in Erythrozyten, die aus lysierten roten Blutzellen präpariert wurden. TPMT katalysiert die S-Methylierung von 6-Mercaptopurin (6-MP) bei Anwesenheit von S-Adenosylmethionin (SAM), dem Methylspender, der 6-Methylmercaptopurin (6-MMP) liefert. 6-MMP in der Probe und 6-MMP konjugiert mit dem Enzym treten in Wettbewerb für die Bindung mit seinem spezifischen Antikörper, der die solide Oberfläche des Wells bedeckt. Die erzeugte Absorbierung ist umgekehrt proportional zur Menge des 6-MMP in der Probe, im Kalibrator oder in der Kontrolle. Die TPMTAktivität in den unbekannten Proben kann mit Hilfe von Kalibratoren mit bekannter TPMT-Aktivität quantifiziert werden, die gegen ihre Reaktion aufgetragen werden.

Phenotypisierung-Genotypisierung
Kenntnisse über fast alle vorkommenden Mutationen in einer definierten Population sind erforderlich, wenn die Genotypisierung als bevorzugte Methode für die Vorhersage des korrekten Phänotyps eines Patienten betrachtet. Mit molekular-diagnostische Methoden (PCR) ist es möglich die drei häufigsten Alleles TPMT*2, *3A und *3C von 80-95 % der Patienten mit heterozygoten und homozygoten Mutationen zu identifizieren. Das Fehlen einer höheren Konkordanzrate zwischen TPMT Genotyp und Phenotyp kann durch die Existenz weiterer seltener bisher unbekannter Mutationen am humanen TPMT Lokus verursacht werden.
Die Phenotypisierung ist die beste Methode, um alle Patienten mit niedrigen bis moderaten und hohen TPMT Levels zu bestimmen. Phenotyp-Testing ist in der Lage, die biologische Enzymaktivität zu quantifizieren und gilt deshalb als zuverlässigere Betrachtung von in vivo Ereignissen.

Produktinformation

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